2020

Was sich für öffentliche Gebäude ändert

Das GebäudeEnergieGesetz (GEG) soll die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) zusammenfassen und aufeinander abstimmen. Noch ist unklar, wann genau das neue Gesetz in Kraft tritt.

Fest steht: Vom 31. Dezember 2018 an gilt für Neubauten der öffentlichen Hand der Niedrigstenergie-Standard. Gemäß EU-Gebäuderichtlinie weist ein Niedrigstenergie-Gebäude eine „sehr gute Gesamtenergieeffizienz“ auf und deckt seinen Energiebedarf „zu einem ganz wesentlichen Teil aus erneuerbaren Quellen“. Wie genau dieser Standard definiert ist, lässt sich jedoch erst sagen, wenn das GEG beschlossen ist.

Im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD heißt es dazu: „Wir werden das Ordnungsrecht entbürokratisieren und vereinfachen und die Vorschriften der EnEV, des EnergieeinsparG und des EEWärmeG in einem modernen Gebäudeenergiegesetz zusammenführen und damit die Anforderungen des EU-Rechts zum 1. Januar 2019 für öffentliche Gebäude und zum 1. Januar 2021 für alle Gebäude umsetzen. Dabei gelten die aktuellen energetischen Anforderungen für Bestand und Neubau fort. Wir wollen dadurch insbesondere den weiteren Kostenauftrieb für die Mietpreise vermeiden. Zusätzlich werden wir den Quartiersansatz einführen. Mögliche Vorteile einer Umstellung künftiger gesetzlicher Anforderungen auf die CO2-Emissionen werden wir prüfen. Die mögliche Umstellung soll spätestens bis zum 1. Januar 2023 eingeführt werden.“

Eine der zentralen Aussagen ist, dass die aktuellen energetischen Anforderungen für Bestand und Neubau weiterhin gelten sollen, was einem „Einfrieren“ des aktuellen Standes gleichkäme. Eine Aussage darüber, wie konkret ein seitens der EU benannter „Niedrigstenergie-Gebäude“-Standard unter einer Großen Koalition aussieht, treffen die Koalitionspartner nicht. Allerdings wollen sie – insbesondere für die Sanierung – die KfW-Förderprogramme fortführen und weiterentwickeln.

Damit treffen die künftigen Regierungsparteien noch keine Aussage darüber, wie konkret der „Niedrigstenergie-Gebäude“-Standard unter einer Großen Koalition aussehen wird.

Neuer anspruchsvoller Standard denkbar

Ob rein ökonomisch durch öffentliche Fördermittel motiviert oder gesetzlich vorgeschrieben –  eine mögliche Orientierung stellt der KfW-Effizienzhausstandard 55 dar. Sollte sich dieser als Benchmark etablieren, müssen zukünftige Niedrigstenergie-Gebäude das Referenzgebäude
- bezüglich der dämmenden Gebäudehülle gemessen an den mittleren Wärmedurchgangskoeffizienten, dem sogenannten U-Wert, der dämmenden Bauteile um mindestens 22 Prozent und
- primärenergetisch um 45 Prozent
unterschreiten.

Die neuen Ziele – sofern sie Realität werden – ließen sich mit bereits bekannten Dämmdicken umsetzen. Die primärenergetischen Grenzen einzuhalten wird aber – insbesondere für gekühlte Gebäude – größerer Anstrengungen als bisher bedürfen. Dass diese Ziele bei konsequenter Planung ökonomisch erreichbar sind, beweisen die vielen bereits realisierten Effizienz- und Passivhäuser.

Moderne Gebäude – seien es Neubauten oder Optimierungen im Bestand – müssen hohe Ansprüche an Wirtschaftlichkeit, Funktionalität, Behaglichkeit und in Bezug auf ihre Energiewerte erfüllen. Das ist nur durch komplexe Systemkombinationen möglich. Daher gilt es zukünftig mehr denn je, geeignete Kombinationen für jedes Objekt individuell festzustellen. Hier spielt neben der dämmenden Gebäudehülle die technische Gebäudeausrüstung eine entscheidende Rolle.
 
Fazit: Neuer Standard mit technisch-wirtschaftlichem Know-how umsetzbar

Interdisziplinär qualifizierte und vernetzte Experten der Technischen Gebäudeausrüstung, der Fassadentechnik, der Bauphysik, des Energiemanagements und des Facility Managements von Drees & Sommer können Immobilien-Verantwortliche umfassend beraten. Das gilt für Einzelobjekte, Bauteilverbünde, Liegenschaften und Quartiere gleichermaßen. Die Experten sind in der Lage, für die zukünftigen energetischen Anforderungen funktionale und wirtschaftliche Lösungen zu planen sowie zu Bau und Betrieb zu beraten.