Retail

Die Zahl vernetzter Geräte steigt rasant, was neue Mobilfunklösungen nötig macht. Daher soll in Deutschland bis 2025 ein flächendeckendes 5G-Netz zur Verfügung stehen. Kommunen haben - neben dem Breitbandausbau - vielfältige Möglichkeiten, dieses ehrgeizige Ziel zu unterstützen und die Chancen dieser neuen Technologie zu nutzen.

Durch Innovationen wie das automatisierte Fahren, Smart Grids, Industrie 4.0 oder E-Government steigt die Zahl der mit dem Netz verbundenen Geräte stetig. Schätzungen gehen davon aus, dass bis 2020 weltweit mehr als 50 Milliarden Gegenstände, Sensoren und Maschinen vernetzt sein werden. Die globale Datenmenge soll sich bis 2025 auf 163 Zettabyte (das ist eine 163 mit 21 Nullen) verzehnfachen. Die Schlüsseltechnologie für diese sogenannte Gigabit-Gesellschaft heißt 5G und steht für die fünfte Generation mobiler Datenübertragung, die den derzeitigen LTE-Standard (4G) ablösen wird. Die 5G-Technik führt bisherige Mobilfunkstandards, WLAN, Satelliten- und Festnetze zu einem ganzheitlichen Kommunikationsnetz zusammen und schafft durch eine vielfach höhere Datenkapazität (bis zu 20 Gbit/s im Download und bis zu 10 Gbit/s im Upload) sowie extrem geringe Reaktionszeiten (Latenz) die Voraussetzung für das Internet der Dinge.

Kleine Zellen, die Großes leisten

Erste globale 5G-Normen sollen bis Ende 2018 zur Verfügung stehen. Die kommerzielle Markteinführung der 5G-Netze soll nach Plänen der Bundesregierung in Deutschland spätestens Ende 2020 erfolgen. Bis 2025 soll ein flächendeckendes 5G-Netz bereitstehen, wofür das vorhandene Netz aus Mobilfunkstandorten genutzt werden soll. Für einen bedarfsgerechten Ausbau werden jedoch viele zusätzliche Standorte mit Glasfaseranbindung erforderlich sein. Darüber hinaus wird zur Steigerung der Kapazitäten und besseren Abdeckung die Versorgung über Makrozellen (Reichweite von zwei bis 40 km) durch sogenannte Small Cells (Reichweite von wenigen bis zu mehreren 100 Metern) im Indoor- und Outdoor-Bereich ergänzt, um insbesondere in Ballungsräumen Versorgungslücken zu schließen. Die Small Cells benötigen ebenfalls eine leistungsfähige Anbindung an Glasfasernetze. Derzeit fehlt es jedoch noch vielerorts an dem zwingend erforderlichen Breitbandausbau. Was können Kommunen und Städte also tun, um die notwendige 5G-Infrastruktur frühzeitig zu schaffen und die Chancen dieser neuen Technologie zu nutzen?

Soweit es im Verantwortungsbereich der Kommune liegt, sollte das Bauplanungs- und Bauordnungsrecht für die Schaffung neuer Mobilfunkstandorte ausgelegt und Genehmigungen für einen privatwirtschaftlichen Breitbandausbau rasch erteilt werden. Ist dieser mittelfristig nicht geplant, sollten sich Kommunen aktiv um Förderprogramme der EU, des Bundes und der Länder bemühen. Zusätzlich können sie sich bei dem zuständigen Breitband-Kompetenzzentrum des jeweiligen Bundeslandes und dem Breitbandbüro des Bundes nach möglichen Unterstützungsleistungen erkundigen.

Gemeinsam stark

Auch eine zügige Umsetzung der Vorgaben aus dem "Gesetz zur Erleichterung des Ausbaus digitaler Hochgeschwindigkeitsnetze" (DigiNetz-Gesetz) kann den Ausbau der Infrastruktur vorantreiben. Beispielsweise können Kommunen die passiven Netzinfrastrukturen - dazu zählen unter anderem Ampeln und Straßenlaternen - für den 5G-Rollout zur Verfügung stellen (z. B. für Small Cells). Zudem können eine regelmäßige Abstimmung, sowohl gemeindeübergreifend als auch zwischen Kommunen und Netzbetreibern, zu geplanten und laufenden Bauarbeiten sowie gemeinsame Infrastrukturgesellschaften oder Zweckverbände dabei helfen, Synergieeffekte zu nutzen und Ausbaukosten signifikant zu reduzieren. Weiterhin können Tiefbauarbeiten mit einer verringerten Verlegetiefe (z. B. mittels "Trenching") oder der Einsatz alternativer Verlegetechniken in Betracht gezogen werden.

Neben der Förderung des Breitbandausbaus haben Kommunen weitere Möglichkeiten, den 5G-Ausbau zu unterstützen. Dazu zählen zügige Genehmigungsverfahren für bau- und planungsrechtliche Fragestellungen, der Einsatz digitaler Antragsverfahren und E-Government-Anwendungen sowie eine grundsätzliche kommunale Affinität gegenüber Digitalisierungsprojekten. Insbesondere Letzteres steigert indirekt die Nachfrage nach leistungsfähigen Mobilfunklösungen. Und schließlich ist die Einbeziehung der Bürger durch transparente und regelmäßige Information zum aktuellen Ausbaustand unerlässlich.

Drees & Sommer unterstützt Kommunen auf dem Weg zum 5G-Netz sowohl mit Beratung zu den nötigen Maßnahmen als auch mit Fördermittelmanagement, um Fördermöglichkeiten zu erkennen und optimal zu nutzen.