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Im Jahr 2016 waren in Deutschland rund 45 Millionen Kraftfahrzeuge zugelassen. Zusammen mit ausländischen Pkw und Lkw rollten sie über eines der weltweit dichtesten Straßennetze. Doch längst gelangt dieses immer öfter an seine Belastungsgrenze. Radschnellwege stellen vor allem in Städten eine ernstzunehmende Alternative dar - Voraussetzung ist jedoch, dass sie professionell geplant und realisiert werden.

Städte und Kommunen in Deutschland befinden sich in der Zwickmühle: Einerseits fußen Wettbewerbsfähigkeit, Industrialisierungsgrad und eine optimierte Wertschöpfungskette hierzulande auf einer nach wie vor guten Straßenverkehrsinfrastruktur. Andererseits treten gegenwärtig die Nachteile des auf fossilen Verbrennungsmotoren basierenden Mobilitätsmodells immer offener zutage: Staus und Platznot durch die schiere Zahl und Größe der Kraftfahrzeuge, Gesundheitsrisiken durch Feinstaub und Stickoxide, ein nach wie vor (zu) hoher Ausstoß des Klimagases CO2.

Unter Experten herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass sich diese Herausforderungen nur durch einen Maßnahmenmix meistern lassen. Dazu zählen neben einer besseren Verkehrslenkung durch vernetzte und Künstliche-Intelligenz-gesteuerte Fahrzeuge beispielsweise umweltfreundlichere Antriebe (Elektro-, Hybrid-, Brennstoffzellenantrieb) sowie die Stärkung alternativer Fortbewegungsmittel.

Multiprojektmanagement für den Radverkehr

Vor diesem Hintergrund erarbeiten die Mobilitätsexperten von Drees & Sommer gemeinsam mit betroffenen Kommunen individuelle Konzepte. Dazu zählt als eine zentrale Maßnahme immer öfter eine nachhaltige Stärkung des lokalen Radverkehrs.

Das Land Berlin (Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz) plant beispielsweise in den kommenden Jahren Investitionen von bis zu 40 Millionen Euro jährlich, um seine Radverkehrsinfrastruktur zu verbessern. Zur Umsetzung der Einzelmaßnahmen gehört auch, dass die bestehenden Verwaltungsstrukturen optimiert werden und dass das Land in diesem Bereich Personal aufstockt sowie eine Radverkehrsinfrastruktur-Gesellschaft gründet. Beim Multiprojektmanagement dieser Maßnahmen ist Drees & Sommer bereits seit 2015 ein enger Partner des Landes.

Auch die Stadt Hamburg (Landesbehörde für Straßen, Brücken und Gewässer) unterstützten die Infrastrukturexperten des Unternehmens. Dies gilt etwa bei der Vorbereitung einer neuen verkehrsstrategischen Ausrichtung, mit der die Stadt an der Elbe den Aufbau eines durchgehenden Radroutennetzes voranbringen will.

Vernetzt denken und handeln

In beiden Projekten unterstützte Drees & Sommer die Verwaltungen aber nicht nur im Rahmen standardisierter Projektmanagement-Prozesse. Vielmehr geht es jeweils darum, die Kommunen ganzheitlich zu beraten. Dieser Gedanke folgt dem Ansatz "Blue City - Integrated Urban Solutions", mit dem sich das Unternehmen bereits als Entwickler zukunftsfähiger Lösungen für die Städte von morgen etablieren konnte.

Die Berater, Manager und Ingenieure kennen die Herausforderungen moderner Mobilität aus ihrem Projektalltag. Sie wissen daher, dass es keine Lösungen von der Stange geben kann. Auch der Fahrradverkehr bildet hier keine Ausnahme: Inzwischen ist er so vielfältig, dass im Zeitalter von Lastenrädern, E-Bikes und Rent-a-Bike-Angeboten die lokalen Infrastrukturen exakt auf den jeweiligen Bedarf einer Kommune zugeschnitten werden müssen. Eigene Erfahrungen aus der Verkehrs- und Verkehrsanlagenplanung ergänzen dabei die Beratungsleistungen - und stellen einen erheblichen Mehrwert für die Auftraggeber dar.

Kosten und Termine auch langfristig im Griff

So haben die Mobilitätsexperten in Berlin zum Beispiel im Rahmen eines Multiprojektmanagement-Auftrags eine umfangreiche Radverkehrs-Datenbank erstellt. Dabei banden sie die aktuellen Maßnahmen kartographisch in ein ArcGIS-System mit objektspezifisch hinterlegten Informationen wie Bezeichnung, Länge, Art und Bauzeitraum ein. In Hamburg installierten sie ein hierarchisch aufgebautes Berichts- und Informationswesen. Mit ihm wird die effektive Steuerung und Überwachung der Projektumsetzung gesichert. Auswertungen und das Berichtswesen werden dabei auf Grundlage vorhandener Erfahrungen mit Kosten-, Zeit- und Leistungsansätzen hinterlegt. Insbesondere Budgets und Umsetzungszeiträume lassen sich auf diese Weise realistisch einschätzen.